Vorstellungsgespräch vorbereiten: Eine einfache Checkliste
Ein Vorstellungsgespräch wirkt schnell größer, als es ist. Du liest zehn Listen mit möglichen Fragen, suchst nach der perfekten Antwort auf deine Schwächen und weißt am Ende weniger als vorher.
Eine gute Vorbereitung ist viel einfacher. Du solltest verstehen, worum es in der Rolle geht, deine eigene Geschichte erzählen können, ein paar echte Beispiele parat haben, eigene Fragen mitbringen und wissen, wann und wo das Gespräch stattfindet.
Das Wichtigste zuerst
Bereite fünf Dinge vor: die Stelle und das Unternehmen, deinen Lebenslauf in eigenen Worten, drei konkrete Beispiele aus deiner Erfahrung, deine Fragen an das Unternehmen und die organisatorischen Details. Du musst keine Antworten auswendig lernen. Du solltest nur wissen, was du erzählen möchtest.
1. Lies die Stellenanzeige noch einmal mit einem Ziel
Beim ersten Lesen willst du wissen, ob die Stelle zu dir passt. Vor dem Gespräch liest du anders. Jetzt suchst du nach den Punkten, über die ihr wahrscheinlich sprechen werdet.
Markiere die wichtigsten Aufgaben und Anforderungen. Frag dich bei jedem Punkt: Was habe ich schon gemacht, das dazu passt? Wo habe ich noch Fragen? So entsteht deine Vorbereitung direkt aus der Stelle und nicht aus einer beliebigen Liste im Internet.
- Welche drei Aufgaben wirken besonders wichtig?
- Welche Anforderungen erfüllst du mit einem guten Beispiel?
- Was ist dir noch unklar?
- Welche Begriffe aus der Anzeige möchtest du im Gespräch genauer verstehen?
2. Erzähl deinen Lebenslauf, statt ihn aufzusagen
Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, die Stationen des eigenen Lebenslaufs frei vortragen zu können. Genau darum geht es. Niemand braucht eine auswendig gelernte Rede. Du solltest aber erklären können, wie du von einer Station zur nächsten gekommen bist und warum die neue Rolle jetzt sinnvoll für dich ist.
Eine einfache Struktur hilft: Wo stehst du heute? Welche Erfahrungen sind für diese Stelle wichtig? Warum möchtest du den nächsten Schritt machen?
3. Bereite drei echte Beispiele vor
Viele Fragen im Gespräch wollen am Ende dasselbe wissen: Wie arbeitest du wirklich? Statt für zwanzig mögliche Fragen zwanzig Antworten zu bauen, reichen oft drei gute Situationen aus deinem bisherigen Alltag.
Denk an ein Beispiel, in dem du ein Problem gelöst hast, eines mit Zusammenarbeit und eines, in dem etwas nicht sofort funktioniert hat. Diese Situationen kannst du für viele Fragen nutzen.
- 1Situation
Was war los? Ein bis zwei Sätze reichen.
- 2Dein Anteil
Was war deine Aufgabe und was hast du konkret getan?
- 3Ergebnis
Was kam dabei heraus und was hast du daraus mitgenommen?
4. Bring eigene Fragen mit
Eigene Fragen sind kein Pflichtprogramm am Ende. Sie helfen dir herauszufinden, ob du die Stelle selbst willst. Wähle deshalb Fragen, deren Antwort für deine Entscheidung wirklich etwas verändert.
Gute Fragen entstehen meistens aus der Stellenanzeige und dem Gespräch. Du musst keine besonders originelle Frage erfinden.
- Wie sieht ein typischer Start in den ersten Wochen aus?
- Woran merken Sie nach sechs Monaten, dass jemand in der Rolle gut angekommen ist?
- Wie arbeitet das Team im Alltag zusammen?
- Welche Aufgabe hat gerade die höchste Priorität?
- Wie geht der Bewerbungsprozess nach diesem Gespräch weiter?
5. Klär die kleinen Dinge am Tag vorher
Viele unnötige Stressmomente haben nichts mit den Fragen im Gespräch zu tun. Sie entstehen, weil der Videolink fehlt, die Adresse nicht geprüft wurde oder der Lebenslauf erst fünf Minuten vorher gesucht wird.
Mach die organisatorischen Dinge deshalb am Vortag fertig. Dann gehört die letzte halbe Stunde vor dem Termin dir und nicht deinem Drucker.
- Uhrzeit und Zeitzone geprüft
- Adresse, Anfahrt oder Videolink bereit
- Name der Ansprechperson notiert
- Stellenanzeige und Lebenslauf griffbereit
- eigene Fragen notiert
- bei Video: Kamera, Ton und ruhigen Hintergrund geprüft
Kurz vor dem Gespräch: nichts Neues mehr lernen
Wenn du vorbereitet bist, bringt eine weitere Stunde mit neuen Ratgebern meist wenig. Geh deine drei Beispiele und deine Fragen noch einmal durch. Dann hör auf.
Ein Vorstellungsgespräch ist kein Test, bei dem du jede Antwort kennen musst. Es ist ein Gespräch darüber, ob Rolle, Unternehmen und du zusammenpassen. Genau dafür sollte deine Vorbereitung dir genug Ruhe geben.
Was du nach dem Gespräch tun kannstQuellen und Hinweise
Für einzelne fachliche Hinweise haben wir diese öffentlich zugänglichen Quellen geprüft: