Die richtigen Fragen im Vorstellungsgespräch stellen
Warum eigene Fragen so wichtig sind
Eigene Fragen am Ende eines Interviews sind kein Höflichkeitsritual. Sie sind ein echtes Bewertungsinstrument, in beide Richtungen. Für das Unternehmen zeigen deine Fragen, wie tief du dich mit der Rolle beschäftigt hast. Für dich sind sie die einzige Chance, Informationen zu bekommen, die nicht in der Stellenanzeige stehen.
Wer keine Fragen stellt, signalisiert entweder Desinteresse oder mangelnde Vorbereitung. Beides ist schlecht. Wer generische Fragen stellt, die offensichtlich aus einem Ratgeber stammen, macht es nicht viel besser. Die besten Fragen sind die, die direkt aus dem Gespräch entstehen.
Fragen die wirken
Gute Interview-Fragen haben drei Eigenschaften. Sie sind spezifisch, sie zeigen echtes Interesse und sie lassen sich nicht durch eine Google-Suche beantworten.
Frag nach dem Team. Wie ist das Team aufgestellt, und mit welchen Abteilungen arbeitet man am engsten zusammen? Frag nach Herausforderungen. Was ist die grösste Herausforderung, die jemand in dieser Rolle im ersten halben Jahr lösen muss? Frag nach Erfolg. Woran würden Sie merken, dass die neue Person in der Rolle angekommen ist?
Diese Fragen zeigen, dass du nicht nur einen Job suchst, sondern verstehen willst, worauf du dich einlässt. Das unterscheidet dich von Bewerbenden, die einfach nur wissen wollen, wie viele Urlaubstage es gibt.
Fragen die du vermeiden solltest
Nicht jede Frage passt in jedes Gespräch. Gehaltsfragen gehören nicht ins erste Kennenlernen, es sei denn, das Unternehmen spricht sie selbst an. Fragen zu Homeoffice und Arbeitszeiten sind berechtigt, aber im Erstgespräch wirken sie manchmal so, als sei einem wichtiger, wie wenig man arbeiten muss, statt was man beitragen kann.
Auch Fragen, die Unsicherheit signalisieren, solltest du dir für später aufheben. Gibt es Weiterbildung? ist in Ordnung. Meinen Sie, ich bin qualifiziert genug? ist es nicht.
Die goldene Regel ist einfach. Stelle Fragen, die du als Unternehmensvertreter gerne beantworten würdest, weil sie zeigen, dass jemand mitdenkt.