Lebenslauf schreiben: Was gehört wirklich rein?
Beim Lebenslauf entsteht schnell das Gefühl, dass noch irgendetwas fehlt. Ein weiteres Zertifikat, ein älteres Praktikum, noch ein Satz zu einer Aufgabe. Dabei wird ein Lebenslauf nicht automatisch besser, nur weil mehr darin steht.
Hilfreicher ist eine andere Frage: Versteht jemand in kurzer Zeit, was du bisher gemacht hast und was davon zu dieser Stelle passt? Genau dafür ist der Lebenslauf da.
Das Wichtigste zuerst
Halte deinen Lebenslauf übersichtlich, beginne mit den aktuellen Stationen und konzentriere dich auf relevante Erfahrungen, Ausbildung und Kenntnisse. Meist reichen ein bis zwei Seiten. Ein Bewerbungsfoto ist freiwillig. Wichtiger ist, dass die Angaben aktuell, verständlich und für die Stelle sinnvoll ausgewählt sind.
Der Lebenslauf soll schnell verständlich sein
Ein tabellarischer Lebenslauf ist in Deutschland weiterhin der übliche Ausgangspunkt. Aktuelle Stationen stehen zuerst, danach gehst du zeitlich zurück. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt einen übersichtlichen, schlichten Aufbau und in der Regel höchstens zwei Seiten.
Das ist keine Einladung, jede Zeile auf Biegen und Brechen zu kürzen. Entscheidend ist, dass die wichtigen Informationen schnell auffindbar bleiben. Wenn du noch am Anfang deines Berufslebens stehst, kann eine Seite völlig reichen. Mit mehr Erfahrung darf es entsprechend mehr werden.
Diese Angaben tragen den Lebenslauf
Für die meisten Bewerbungen brauchst du vor allem aktuelle Kontaktdaten, deinen beruflichen Werdegang, Ausbildung oder Studium und die Kenntnisse, die für die Stelle relevant sind. Dazu können zum Beispiel Sprachen, Software, fachliche Zertifikate oder andere passende Qualifikationen gehören.
Bei den einzelnen Stationen reichen Jobtitel und Arbeitgeber oft nicht. Ein paar kurze Punkte zu Aufgaben, Verantwortung oder Ergebnissen helfen dabei, deine Erfahrung einzuordnen. Nimm dafür lieber konkrete Informationen als eine lange Liste allgemeiner Eigenschaften.
- Name und aktuelle Kontaktdaten
- Berufserfahrung mit den neuesten Stationen zuerst
- Ausbildung, Studium oder andere relevante Qualifikationen
- Kenntnisse und Fähigkeiten, die zur Stelle passen
- Relevante Zertifikate, Projekte oder Zusatzqualifikationen, wenn sie wirklich etwas ergänzen
Nicht alles Traditionelle ist Pflicht
Ein Bewerbungsfoto ist keine Pflicht. Wenn du eins verwenden möchtest, kannst du das tun. Wenn nicht, muss dein Lebenslauf deshalb nicht unvollständig wirken. Auch Angaben ohne Bezug zu deiner fachlichen Eignung musst du nicht vorsorglich ergänzen, nur weil sie früher häufig in Lebensläufen standen.
Orientiere dich im Zweifel an der Stellenanzeige und an den Informationen, die für die konkrete Bewerbung wirklich gebraucht werden. Weniger persönliche Daten können auch einfach bedeuten: mehr Platz für das, was du beruflich mitbringst.
Passe den Lebenslauf an, nicht deine Geschichte
Du darfst für unterschiedliche Stellen unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Bei einer Projektrolle kann ein bestimmtes Projekt weiter oben stehen. Bei einer fachlichen Position können andere Kenntnisse wichtiger sein. Die Fakten bleiben dabei dieselben.
Du musst keine Erfahrung größer machen, als sie war, und keine Kompetenz ergänzen, nur weil sie in der Stellenanzeige steht. Ein guter Lebenslauf macht relevante Erfahrung sichtbar. Er erfindet keine passende Person für die Stelle.
Lebenslauf an eine Stelle anpassenVor dem Absenden reicht ein letzter kurzer Check
Prüf am Ende nicht noch einmal alles neu. Schau nur, ob Kontaktdaten stimmen, Zeitangaben zusammenpassen, die wichtigsten Inhalte schnell erkennbar sind und die Datei sinnvoll benannt ist. Danach darf der Lebenslauf auch fertig sein.
Lebenslauf-Checkliste öffnenQuellen und Hinweise
Für einzelne fachliche Hinweise haben wir diese öffentlich zugänglichen Quellen geprüft: